Zu den unverzichtbaren Sensorik-Begriffen gehören Körper, Tannine, Säure, Abgang, Balance, Terroir und Mineralik — sie beschreiben reale, reproduzierbare Eigenschaften im Glas.
| Terroir | Das ganzheitliche Zusammenspiel aus Boden, Mikroklima, Hangneigung und Winzertradition |
|---|---|
| Abgang (Finale) | Die Dauer in Sekunden, die Geschmack und Harmonie nach dem Schlucken am Gaumen verweilen |
| Balance | Zustand, in dem weder Alkohol noch Tannine, Säure oder Holznoten disharmonisch hervorstechen |
| Verschlossener Wein | Ein Wein, dessen Aromen temporär verhalten sind; Karaffieren hilft beim Öffnen |
Die Weinsprache wirkt auf Außenstehende oft poetisch oder abgehoben. In der professionellen Sommelierkunst steht jedoch hinter jedem Begriff ein konkretes physikalisches oder sensorisches Phänomen.
Wichtige Struktur- und Terroirbegriffe
- Adstringierend: Das zusammenziehende, trockene Gefühl am Zahnfleisch, ausgelöst durch Tannine.
- Autolyse: Aromen von Brioche, Hefegebäck und geröstetem Toast bei Schaumweinen durch langen Hefekontakt.
- Cuvée / Assemblage: Die kunstvolle Komposition eines Weins aus verschiedenen Rebsorten oder Einzellagen.
- Länge / Abgang: Die Zeitspanne, in der der positive Geschmackseindruck nach dem Schlucken anhält.
- Mineralität: Frischer, kühler Eindruck von Stein, Kreide oder Salzigkeit, typisch für kühle Lagen.
- Reduktiv: Ausbau unter absolutem Luftausschluss; bewahrt primäre Frucht, kann aber anfangs lüftungsbedürftig sein.
- Terroir: Die unnachahmliche Handschrift des Bodens, des Mikroklimas und der Landschaft im Geschmack des Weins.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet „Mineralik“ bei der Weinverkostung wirklich?
Mineralik beschreibt geschmackliche Nuancen von feuchtem Kieselstein, Feuerstein, Schiefer, Kreide oder Meersalz. Auch wenn Weinreben mineralische Gesteine chemisch nicht direkt in Geschmacksstoffe umwandeln, ist der Eindruck bei Weinen von Kalk-, Schiefer- oder Vulkanköden (wie Chablis, Mosel-Riesling oder Etna Rosso) sensorisch reproduzierbar und unverwechselbar.
Wann bezeichnet man einen Wein als „verschlossen“?
Ein Wein gilt als verschlossen (oder „stumm“), wenn er trotz hervorragender Herkunft im Bouquet kaum Aromen preisgibt. Dies passiert oft in einer jugendlichen Übergangsphase einige Monate nach der Füllung. Ein bauchiges Glas, höhere Trinktemperatur und das Dekantieren in einer Karaffe wecken den Wein wieder auf.
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Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026