Die Süßeskala im Wein: Trocken, Halbtrocken & Edelsüß

Die Süßeskala im Wein: Trocken, Halbtrocken & Edelsüß
Auf einen Blick

Trockener Wein enthält bis zu 4 g/L (oder bis 9 g/L bei passender Säure) Restzucker; halbtrocken liegt bei bis zu 18 g/L; lieblich bei bis zu 45 g/L; süße Weine enthalten über 45 g/L Restzucker.

✦ Fakten-Matrix
Wein-Kompass · Sommelier-Überblick
Trocken (Stillwein) Bis 4 g/L (oder bis 9 g/L, wenn der Säuregehalt max. 2 g/L darunter liegt)
Halbtrocken / Feinherb 9 bis 18 g/L Restzucker — saftiges Spiel zwischen Fruchtsüße und Säure
Lieblich (Moelleux) 18 bis 45 g/L Restzucker — spürbare Süße
Edelsüß (Süß) Über 45 g/L bis über 200 g/L (Trockenbeerenauslese, Eiswein, Sauternes)

Der Begriff „trocken“ sorgt im Alltag für endlose Verwirrung: Manche Weintrinker empfinden einen fruchtigen Primitivo als süß, obwohl er analytisch trocken ist. Ein Blick auf die gesetzlichen Grenzwerte schafft Klarheit.

Die gesetzliche Süßeskala für Stillweine (EU-Norm)

BezeichnungRestzuckergehaltSensorischer EindruckTypische Beispiele
Trocken0 bis 4 g/L (oder bis 9 g/L bei Säureausgleich)Knackig, mineralisch, ohne spürbare SüßeChablis, Chianti, VDP.Großes Gewächs
Halbtrocken9 bis 18 g/LSaftig, milde Säure, harmonischer SchmelzRiesling Feinherb, Grauburgunder
Lieblich18 bis 45 g/LDeutlich wahrnehmbare FruchtsüßeGewürztraminer, Vouvray Moelleux
Süß / EdelsüßÜber 45 g/L (oft 100–250 g/L)Opulent, sirupartig, hochkomplexBeerenauslese, Sauternes, Tokaji

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Woher kommt der Zucker im Wein?

Weinhefen wandeln den natürlichen Fruchtzucker (Fruktose und Glukose) der Trauben in Alkohol und Kohlendioxid um. Der Restzucker ist jener natürliche Traubenzucker, der nach Abschluss oder gezieltem Abstoppen der Gärung unvergoren im Wein verbleibt. Bei Qualitätsweinen wird niemals Haushaltszucker hinzugefügt.

Warum schmeckt ein Wein mit 8 g/L Zucker oft knochentrocken?

Weil Weinsäure die Süßewahrnehmung auf der Zunge maskiert. Ein Riesling mit 8 g Restzucker und 8 g Weinsäure schmeckt straff und trocken, während ein säurearmer Weißwein mit demselben Zuckergehalt bereits deutlich süßlich wirkt.

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Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026

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