Säure ist das tragende Strukturelement des Weins, das den Speichelfluss anregt und dem Tropfen Frische, Trinkfluss und jahrzehntelange Lagerfähigkeit verleiht.
| Physische Empfindung | Löst sofortigen, appetitanregenden Speichelfluss an den seitlichen Zungenrändern aus |
|---|---|
| Hauptaufgabe | Schenkt Frische, balanciert Restsüße aus und sorgt für lange Lagerfähigkeit |
| Rebsorten mit hoher Säure | Riesling, Sauvignon Blanc, Chenin Blanc, Sangiovese, Barbera |
| Klimagesetz | Je kühler das Weinanbaugebiet, desto höher die natürliche Säure in den Trauben |
Säure ist das Element, das Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.
Unter Einsteigern wird Säure oft missverstanden oder gefürchtet, unter professionellen Sommeliers ist sie die meistgeschätzte Tugend eines Weins. Säure ist es, die Wein lebendig, trinkanimierend und alterungsfähig macht.
Was Säure im Wein bewirkt:
- Vitalität: Sie verleiht Spannkraft. Ohne Säure wirkt Wein wie warmer Fruchtsaft oder süßlicher Sirup.
- Klärt den Gaumen: Sie wirkt wie ein Spritzer frische Zitrone und reinigt die Geschmacksknospen nach fettreichen Speisen.
- Balanciert Süße: Ein edelsüßer Riesling oder Sauternes wäre ohne hohe Säure klebrig und untrinkbar.
- Reifepotenzial: Ein niedriger pH-Wert schützt den Wein vor mikrobiologischem Verderb und lässt ihn über Jahrzehnte reifen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie unterscheidet man Weinsäure von adstringierenden Tanninen?
Achten Sie auf die Feuchtigkeit im Mund: Säure lässt Speichel quellen wie bei frischer Zitrone. Tannine hingegen entziehen Feuchtigkeit und hinterlassen ein trockenes, pelziges Gefühl am Zahnfleisch. Beide können gleichzeitig vorkommen (z.B. im Barolo).
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Zuletzt aktualisiert: 18. August 2026