Kirchenfenster (Weintränen) zeigen ausschließlich den Alkoholgehalt und Restzucker an — sie entstehen durch den Marangoni-Effekt und sind kein Qualitätsmerkmal.
| Ursache | Der physikalische Marangoni-Effekt durch ungleiche Verdampfungsraten von Alkohol und Wasser |
|---|---|
| Bedeutung | Dichte, langsame Tränen signalisieren hohen Alkohol (14 %+) oder Restsüße |
| Der Mythos | Kirchenfenster belegen KEINE hohe Qualität oder Auszeichnung des Weins |
Beim Schwenken eines guten Weines bilden sich an den Innenwänden des Glases bogenförmige Schlieren, die im Deutschen malerisch als Kirchenfenster oder Weintränen bezeichnet werden.
Um dieses Phänomen ranken sich zahllose Mythen: Viele Laien glauben, dichte Kirchenfenster seien der Beweis für einen Spitzenwein.
Die nüchterne wissenschaftliche Wahrheit: Es handelt sich um ein rein physikalisches Phänomen (den Marangoni-Effekt). Sie verraten dem geübten Sommelier verlässlich, ob der Wein einen hohen Alkoholgehalt (über 14 % vol) oder nennenswerten Restzucker aufweist — über Finesse, Terroir-Tiefe oder fehlerfreie Vinifikation sagen sie hingegen nichts aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum laufen die Tränen überhaupt die Glaswand hinunter?
Alkohol verdampft schneller als Wasser. Nach dem Schwenken bildet sich an der Glaswand ein dünner Film mit sinkendem Alkoholgehalt und steigender Oberflächenspannung. Dieser Flüssigkeitsfilm zieht Wein nach oben, bis sich schwere Tropfen bilden, die unter der Schwerkraft herablaufen.
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Zuletzt aktualisiert: 18. August 2026